Kurzfassung
Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offener, herstellerneutraler Standard, der definiert, wie KI-Assistenten externe Tools entdecken und aufrufen, Ressourcen lesen und auf Datenquellen zugreifen – über eine einzige einheitliche Schnittstelle, ohne pro Modell und pro Tool eine eigene Integration bauen zu müssen.
Was ist das Model Context Protocol?
MCP wurde im November 2024 von Anthropic als Open Source veröffentlicht und später an die Linux Foundation übergeben – ein Schritt weg vom Single-Vendor-Projekt hin zum Industriestandard. Im Kern ist es ein einfaches JSON-RPC-Protokoll: Ein MCP-Server stellt Tools und Ressourcen mit maschinenlesbaren Schemas bereit, ein MCP-Client (der KI-Assistent bzw. Agent) entdeckt und nutzt sie zur Laufzeit.
Diese Trennung bedeutet: Ein Tool muss nur einmal als MCP-Server bereitgestellt werden, um für jeden MCP-fähigen Assistenten nutzbar zu sein. MCP beantwortet zwei Fragen: welche Fähigkeiten verfügbar sind und – über seinen auf OAuth 2.1 / OpenID Connect aufbauenden Authorization-Layer – wie der Zugriff darauf autorisiert wird und was der Nutzer freigegeben hat. Die Entscheidung, was ein Agent tatsächlich tun darf, bleibt bei der Host-Anwendung und dem Menschen davor.
MCP wird häufig mit dem A2A-Protokoll kombiniert: MCP deckt die Achse Agent-zu-Tool ab, A2A die Kommunikation zwischen Agenten.
Warum ist MCP relevant?
- Integrationsstandard: Ein Protokoll ersetzt maßgeschneiderte Konnektoren pro Tool und pro Modell und senkt den Integrationsaufwand
- Herstellerneutralität: Governance unter der Linux Foundation statt Eigentum eines einzelnen Anbieters – geringeres Lock-in-Risiko
- Identity-bewusst: Der Authorization-Layer orientiert sich an OAuth 2.1 und OpenID Connect und fügt sich in bestehende Enterprise-Identity-Stacks ein
- Breites Ökosystem: Über viele Coding-Agenten und Plattformen hinweg adoptiert – ein tragfähiges Fundament für agentische KI-Architekturen